Koyasan.

みなさん、こんにちは。
こうやさん は とても しずかな ところ です。
おてら と 森 は とても きれいで、ふしぎな ふんいき が あります。

Unsere Reise durch Japan neigt sich langsam dem Ende zu. Hinter uns liegen die pulsierenden Straßen Tokyos, die Tempel Kyotos, die bewegende Geschichte Hiroshimas, spektakuläre Gärten, einsame Küstenstraßen, tiefe Schluchten und der mächtige Nachi-Wasserfall. Jeder Ort hatte seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte.

Aber Kōyasan fühlte sich anders an.

Hoch oben in den Bergen, umgeben von dichten Zedernwäldern, fanden wir einen Ort, wie wir ihn in Japan bisher nicht erlebt hatten. Schon bei der Ankunft schien der Lärm der Städte weit entfernt. Stattdessen begegneten wir hier Tempelglocken, Räucherstäbchen und der Stille der Berge.

Wir übernachteten im Shukubō Yōchi-in, dem „Kirschblüten-Teich-Tempel“. Seinen Namen verdankt der Tempel einer alten Geschichte: Ein Kaiser soll einst von den Kirschblüten, die sich im Teich des Gartens spiegelten, so beeindruckt gewesen sein, dass er dem Tempel seinen heutigen Namen verlieh. Auch wenn die Kirschblüten längst vergangen sind, spürt man noch heute etwas von dieser besonderen Atmosphäre.

Der Höhepunkt unseres Aufenthalts war der Besuch des Okunoin. Zwischen uralten Bäumen, moosbedeckten Grabsteinen und tausenden Laternen entsteht eine Stimmung, die sich nur schwer beschreiben lässt. Es ist weder traurig noch düster, sondern vielmehr friedlich und ehrfürchtig. Selbst die vielen Besucher ändern nichts daran.

Im Zentrum des Okunoin befindet sich das Mausoleum von Kōbō Daishi Kūkai, dem Begründer des Shingon-Buddhismus und einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der japanischen Geschichte. Nach buddhistischem Glauben ist Kūkai hier nicht gestorben, sondern befindet sich bis heute in ewiger Meditation. Deshalb werden ihm jeden Tag Mahlzeiten gebracht – eine Tradition, die seit mehr als tausend Jahren ununterbrochen fortgeführt wird.

Ob man diesen Glauben teilt oder nicht, spielt dabei kaum eine Rolle. Wenn man durch die gewaltigen Zedern des Okunoin geht, die Stille auf sich wirken lässt und schließlich vor dem Mausoleum steht, versteht man schnell, warum dieser Ort für so viele Menschen eine besondere Bedeutung hat.

Am nächsten Morgen begann der Tag kurz nach Sonnenaufgang mit der traditionellen Morgenzeremonie der Mönche. In der Stille des Tempels hallten die tiefen Gesänge durch die alten Holzhallen, während der Duft von Weihrauch den Raum erfüllte. Auch wenn wir nicht jedes Wort verstanden, hatte dieser Moment etwas Besonderes – ruhig, würdevoll und vollkommen anders als alles, was wir bisher auf unserer Reise erlebt hatten.

Zum Abendessen und Frühstück gab es das typische buddhistische Tempelessen. Komplett vegan und mit vielen kleinen Gerichten aus Tofu, Gemüse und Pilzen. Wir waren überrascht, wie abwechslungsreich und lecker die Küche ganz ohne Fleisch oder Fisch in Japan doch sein kann.

Auch dieser Aufenthalt verging viel zu schnell. Langsam heißt es Abschied nehmen. Unser kleiner Toyota Aqua muss zurück nach Osaka und dort wartete unsere letzte Schinkansen-Fahrt nach Tokio.

Kommentar verfassen